GRÜNDER

Jeremy Moon,
Der Gründer von Icebreaker

ALS ICH ICEBREAKER GRÜNDETE, WAR ICH VIERUNDZWANZIG, PLEITE UND HATTE NULL AHNUNG.

Eine zufällige Begegnung mit einem Merinoschafzüchter weckte eine Leidenschaft in mir. Von diesem Moment an war ich von der Möglichkeit einer natürlichen Lösung für Funktionsbekleidung überzeugt. Der Anfang war hart. In den ersten Jahren war viel Glauben und Durchhaltevermögen gefragt. Aufgeben kam mir jedoch nie in den Sinn. Zu jener Zeit drehte sich alles um Synthetik und von Wolle wollte keiner etwas wissen.

Heutzutage, über zwanzig Jahre später, verführt Bekleidung aus Merinowolle Verbraucher auf der ganzen Welt. Wir sind stolz, unseren Teil dazu beigetragen zu haben, das Wunder und die Kraft der Natur zu vermitteln. Ihrer Schönheit, Ressourcen und Stärke haben wir uns verschrieben und werden immer wieder neu beeindruckt.“

Jeremy Moon

Der Gründer von Icebreaker

Wie so oft im Leben passieren die besten Dinge ungeplant. Mit Icebreaker begann alles im Jahr 1994. Ich war 24 Jahre alt und meine amerikanische Freundin kam gerade von einem Aufenthalt auf einer Schaffarm auf Pohenui Island in Neuseeland zurück.

Die Erfahrung war für sie zutiefst beeindruckend. Sie überredete mich dazu, den Schafzüchter kennenzulernen. Eine Woche später war ich mit ihm zum Mittagessen verabredet. Der Schafzüchter, Brian Brackenridge, schob mir ein T-Shirt aus Wolle über den Tisch zu. „Was meinst du?“ Ich zog es sofort an, zum Erstaunen der Bedienung. Es war ganz anders als ich erwartet hatte – es fühlte sich seidig weich an und war unglaublich bequem – ganz anders als die kratzige, schwere Wolle, die ich aus meiner Kindheit kannte. Es war aus hochfeiner Merinowolle gestrickt, die von den Schafen auf Pohenui Island kam. So ließ ich es zum Mittagessen gleich an und habe es nie wieder zurückgegeben.

Wenige Monate zuvor war ich auf einer fünftägigen Kajaktour unterwegs und trug dabei Polyester. Es war damals das sogenannte „technische“ Outdoor-Material. Zwar sah es irgendwie cool aus, jedoch fühlte es sich schweißig an und trug sich wie Plastik. Am zweiten Tag roch ich bereits nach Schweiß. Als ich hörte, dass alle synthetischen Outdoor-Materialien – wie etwa Polyester oder Polypropylen – aus Kunststoff hergestellt werden, war ich schockiert. Es kam mir einfach verrückt vor, in die Natur zu flüchten und dabei eine Plastiktüte zu tragen. Genau hier lag das Problem und die Lösung dafür fand ich in besagtem Café.

Über die nächsten Tage hinweg vertiefte sich meine Liebesbeziehung mit dem T-Shirt. Wir wurden unzertrennbar. Ich ging damit zum Laufen und Biken, trug es unter meinem Hemd zur Arbeit, zum Ausgehen am Abend, und ich schlief sogar darin. Es war so herrlich weich, nie zu warm, roch selbst nach tagelangem Tragen nicht, ich konnte es zudem in die Waschmaschine werfen und im Gegensatz zu anderer Outdoor-Bekleidung war es ganz natürlich. Meine amerikanische Freundin ging zwar wieder zurück in die USA, jedoch war das T-Shirt zu meiner neuen Leidenschaft geworden.

Genau das hatte ich gesucht – eine großartige Idee mit globalem Potenzial. Mein Bauchgefühl schien auf Autopilot eingestellt zu sein und wies mir den Weg in die Zukunft. Ich kündigte meinen Job in der Marktforschung, versetzte mein Haus, um 25.000 Neuseeland-Dollar zu beschaffen, wobei ich der Bank erzählte, dass ich Geld für eine neue Küche bräuchte. Mit dem Geld kaufte ich das Konzept hinter dem Prototyp. Es kam mir nicht riskant vor, vielmehr fand ich, dass ich keine andere Wahl hatte.

Unser Unternehmenszweck war klar und ließ sich als einfache Frage formulieren: Wie können wir Verbrauchern eine natürliche Alternative zu synthetischer Outdoor-Bekleidung bieten? Wenig später sahen wir uns vor eine noch größere Herausforderung gestellt: Wie können wir in der Outdoor-Branche den Wandel von ökologisch unvertretbaren Chemikalien zu nachhaltigen, natürlichen Lösungen vollziehen?

Jeder, der das Produkt trug, war verblüfft. Ich war davon überzeugt, dass das Ganze ein Erfolg würde, sofern ich nichts vermasselte. Für mich war es ein Blindflug und ich holte deshalb viel Hilfe ein. Ich arbeitete einen Geschäftsplan aus, fand über die Eltern meiner Freunde acht Investoren, die bereit waren, 200.000 Neuseeland-Dollar vorzuschießen und einen Beraterausschuss mit Unternehmergeist und Erfahrung zu bilden. Wir hatten eine klare Vision und so war Icebreaker 1995 geboren. Wir waren die Kleinen mit der großen Idee – Menschen mit der Natur zu verbinden, während sie ein Produkt aus der Natur tragen.

Icebreaker bedeutet das Eis zu brechen. In erster Linie geht es darum, wärmende Bekleidung bereitzustellen, dahinter verbirgt sich jedoch unser grundlegendes Ziel: das Eis zu brechen – neue Ideen zu entwickeln und neue Beziehungen zwischen Menschen und der Natur herzustellen – und zwischen Naturfasern und unserem Körper.

Noch vor Jahresende wurden wir von 14 mutigen Outdoor-Geschäften in ganz Neuseeland geführt. Sie waren die ersten, die bereit waren, sich auf einen jungen Kerl mit einem Traum, einem Datsun, einem Koffer voller Merino Base Layers und der Fürsprache von Sir Peter Blake einzulassen.

Heute, nach mehr als 20 Jahren, ist Icebreaker in über 40 Ländern erhältlich. Unsere ursprüngliche Idee blieb jedoch unverändert: aus einer Naturfaser, die ein Tier, genauer ein Merinoschaf, am Leben erhält, ein hochfunktionelles natürliches Bekleidungssystem zu schaffen, um Menschen das Überleben in der Natur zu ermöglichen. Menschen brauchen die Natur. Die Natur ist das Gegenmittel zu unserem hektischen Stadtleben. Sie beruhigt unsere Seele und erweckt unseren Geist. Die Natur liefert uns Antworten.“

NACHHALTIGKEIT IST NICHT NUR EINE EIGENSCHAFT UNSERER PRODUKTE, SONDERN SPIEGELT SICH IN UNSEREN WERTEN UND DEM AUFBAU UNSERES UNTERNEHMENS WIDER.

ERFAHRE MEHR IN UNSEREM TRANSPARENCY REPORT